Wie viele Wochenenden müssen frei sein? Anspruch und Planung im Schichtdienst

Aktualisiert am 23.10.2026

Kurz gesagt: Einen gesetzlichen Anspruch auf eine bestimmte Zahl freier Wochenenden gibt es nicht; der Samstag ist ein Werktag. Gesetzlich geschützt ist der Sonntag: Wo Sonntagsarbeit erlaubt ist, müssen mindestens 15 Sonntage im Jahr frei bleiben und Ersatzruhetage gewährt werden. Wie viele Wochenenden frei sind, regeln Vertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Die Frage „Wie viele Wochenenden habe ich frei?“ entscheidet oft darüber, ob ein Schichtmodell im Team akzeptiert wird. Die ehrliche Antwort hat zwei Teile: Was das Gesetz garantiert, ist überschaubar. Was im Betrieb gilt, hängt von Vereinbarungen ab.

Was das Gesetz regelt – und was nicht

ThemaGesetzliche Lage
Freie SamstageKein Anspruch auf eine bestimmte Zahl. Der Samstag ist ein Werktag.
Freie Wochenenden insgesamtKein gesetzlicher Anspruch; nur wenn Vertrag, Tarif oder Betriebsvereinbarung es vorsehen.
SonntagBeschäftigung grundsätzlich verboten (§ 9 ArbZG); Ausnahmen nur für bestimmte Bereiche (§ 10) oder mit Bewilligung (§ 13).
Freie Sonntage bei erlaubter SonntagsarbeitMindestens 15 Sonntage im Jahr müssen beschäftigungsfrei bleiben (§ 11 Abs. 1).
ErsatzruhetagFür Sonntagsarbeit innerhalb von zwei Wochen, für Feiertagsarbeit innerhalb von acht Wochen (§ 11 Abs. 3).
Zuschlag für SamstagsarbeitKein gesetzlicher Anspruch; nur nach Tarif oder Vereinbarung.

Im Kundenservice ist die entscheidende Frage deshalb oft nicht „Wie viele Wochenenden?“, sondern „Ist Sonntagsarbeit bei uns überhaupt zulässig?“. Das hängt von den Ausnahmen des Arbeitszeitgesetzes oder einer Bewilligung ab (Wochenende, Sonntage und Feiertage planen).

Wo die Zahl der freien Wochenenden steht

  • Arbeitsvertrag: Hier kann ein Anspruch auf freie Wochenenden vereinbart sein. Steht dort nichts, darf der Arbeitgeber Samstagsarbeit im Rahmen seines Weisungsrechts anordnen.
  • Tarifvertrag: Viele Tarifverträge regeln Wochenendarbeit, Zuschläge und Mindestzahlen freier Tage. Im öffentlichen Dienst gilt der Samstag beispielsweise tariflich als Werktag.
  • Betriebsvereinbarung: Typisch sind Regeln wie „jedes zweite Wochenende frei“ oder „höchstens jedes dritte Wochenende Dienst“. Der Betriebsrat hat bei der Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage mitzubestimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG).

Wie du Wochenenden rechnerisch fair verteilst

Wie oft jede Person am Wochenende arbeitet, ergibt sich aus der Teamgröße und der Besetzung:

Häufigkeit = Anzahl Personen im Wochenenddienst-Pool ÷ Besetzung je Wochenende

Personen im PoolBesetzung je WochenendeJede Person arbeitet
62jedes 3. Wochenende
82jedes 4. Wochenende
93jedes 3. Wochenende
102jedes 5. Wochenende
124jedes 3. Wochenende

Wer weniger als jedes zweite Wochenende freihaben soll, braucht also mehr Personen im Pool oder eine geringere Wochenendbesetzung. Das Rechenbeispiel hilft auch, Verhandlungen zu versachlichen.

Praktische Regeln für Teamleitungen

  1. Definiere „Wochenende frei“: Samstag und Sonntag? Oder auch Freitagabend und Montagmorgen? Schreibe die Definition auf.
  2. Plane Rotationen langfristig und veröffentliche sie früh, damit private Planung möglich ist.
  3. Gleiche aus: Wer ein Wochenende arbeitet, bekommt einen freien Tag in derselben oder der folgenden Woche (bei Sonntagsarbeit gesetzlich innerhalb von zwei Wochen).
  4. Berücksichtige Teilzeit und Betreuungspflichten, soweit die Besetzung es zulässt (Wunschdienstplan und Fairness).
  5. Führe eine Übersicht: Wer hatte wie viele Wochenenden und Feiertage im Jahr?
  6. Zähle auch Feiertagswochenenden und Brückentage in die Verteilung ein.

Im Dienstplan-Tool umsetzen

Stelle die Ansicht auf Mo–So um, damit das Wochenende im Plan erscheint. Mit dem Filter auf eine Person und dem Mitarbeiterplan als PDF siehst du, an welchen Tagen sie eingeplant ist. Eine automatische Zählung der Wochenenden gibt es im Tool nicht; führe dafür eine kleine Strichliste oder eine Tabelle neben dem Plan. Die Bedienung steht in der Anleitung.

Häufige Fragen

Habe ich Anspruch auf freie Wochenenden?

Nur, wenn das vertraglich, tariflich oder in einer Betriebsvereinbarung geregelt ist. Gesetzlich gibt es keinen Anspruch auf eine bestimmte Zahl freier Wochenenden; der Samstag gilt als Werktag.

Wie viele Sonntage müssen im Jahr frei sein?

Wo Sonntagsarbeit zulässig ist, müssen mindestens 15 Sonntage im Jahr beschäftigungsfrei bleiben (§ 11 Abs. 1 ArbZG). Für geleistete Sonntagsarbeit ist ein Ersatzruhetag innerhalb von zwei Wochen zu gewähren.

Gibt es einen gesetzlichen Zuschlag für Samstagsarbeit?

Nein. Ein Wochenendzuschlag besteht nur, wenn Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung ihn vorsehen. Für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit gelten gesonderte Regeln.

Darf der Arbeitgeber Wochenendarbeit anordnen?

Samstagsarbeit darf er im Rahmen von Vertrag und Weisungsrecht anordnen, soweit nichts anderes vereinbart ist. Sonntags- und Feiertagsarbeit ist nur zulässig, wenn eine Ausnahme im Arbeitszeitgesetz greift oder eine Bewilligung vorliegt.

Wie oft muss jede Person am Wochenende arbeiten?

Das ergibt sich aus Teamgröße und Besetzung: Personen im Pool geteilt durch die Besetzung je Wochenende. Bei 9 Personen und 3 Plätzen arbeitet jede Person jedes dritte Wochenende.

Stand: Oktober 2026. Die Hinweise zu Arbeitszeit und Urlaub sind eine allgemeine Orientierung nach deutschem Recht und ersetzen keine Rechtsberatung. Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung und Arbeitsvertrag können abweichende Regeln enthalten.