Ruhezeit von 11 Stunden: So vermeidest du Fehler im Dienstplan

Aktualisiert am 23.10.2026

Kurz gesagt: Zwischen dem Ende eines Dienstes und dem Beginn des nächsten müssen nach § 5 ArbZG mindestens 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit liegen. Wer um 22:00 Uhr Feierabend hat, darf frühestens um 09:00 Uhr wieder anfangen. Kritisch ist vor allem der Wechsel von Spät- auf Frühdienst.

Die Ruhezeit ist die Pause zwischen zwei Arbeitstagen. Sie wird oft mit der Ruhepause (innerhalb eines Dienstes) verwechselt. Beide sind gesetzlich geregelt, aber unabhängig voneinander. Gerade bei wechselnden Schichten im Kundenservice schleichen sich hier schnell Planungsfehler ein.

Was das Gesetz verlangt

Nach § 5 Arbeitszeitgesetz müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden haben. Die Frist beginnt mit dem Ende der Arbeit, nicht mit dem Verlassen des Gebäudes oder dem Ende der Schicht laut Plan, falls länger gearbeitet wurde.

Rechenbeispiele: Wann darf der nächste Dienst frühestens beginnen?

DienstendeFrühester Beginn am Folgetag
16:00 Uhr03:00 Uhr
18:00 Uhr05:00 Uhr
20:00 Uhr07:00 Uhr
21:30 Uhr08:30 Uhr
22:00 Uhr09:00 Uhr
23:00 Uhr10:00 Uhr

Der klassische Fehler: Spät-Früh-Wechsel

Ein Spätdienst bis 21:30 Uhr gefolgt von einem Frühdienst um 07:00 Uhr ergibt nur 9,5 Stunden Ruhezeit – zu wenig. Das passiert besonders dann, wenn Pläne wochenweise kopiert oder Schichten kurzfristig getauscht werden. Lösung: Plane Wechsel in Richtung „später“ (Früh → Spät), nicht umgekehrt. Muss es doch ein Rückwechsel sein, plane dazwischen einen freien Tag.

Ausnahmen und Besonderheiten

  • Branchen-Ausnahmen: In bestimmten Bereichen (zum Beispiel Krankenhäuser, Gaststätten, Verkehrsbetriebe, Rundfunk) kann die Ruhezeit auf 10 Stunden verkürzt werden, wenn sie innerhalb eines Kalendermonats oder von vier Wochen durch eine längere Ruhezeit von mindestens 12 Stunden ausgeglichen wird (§ 5 Abs. 2 ArbZG). Eine allgemeine Ausnahme für den Kundenservice gibt es nicht.
  • Tarifvertrag: Er kann Abweichungen zulassen (§ 7 ArbZG); die Voraussetzungen sind eng.
  • Unterbrechung: Wird die Ruhezeit durch Arbeit unterbrochen, beginnt sie neu – zum Beispiel bei einem Einsatz in der Rufbereitschaft.
  • Verzicht: Mitarbeitende können nicht wirksam auf die Ruhezeit verzichten, weil die Regelung dem Gesundheitsschutz dient.

Ruhezeit im Dienstplan-Tool prüfen

Das Tool zeigt unter der Wochenauswertung Hinweise, wenn zwischen zwei Tagen weniger als 11 Stunden Ruhezeit liegen. Die Hinweise sind Richtwerte, keine rechtsverbindliche Prüfung – sie sind aber ein praktischer Gegencheck, bevor der Plan rausgeht. Wie du die Auswertung liest, steht in der Anleitung. Passende Modelle findest du im Ratgeber Schichtmodelle im Callcenter.

Häufige Fragen

Wie lang ist die gesetzliche Ruhezeit zwischen zwei Schichten?

Mindestens 11 Stunden ununterbrochen (§ 5 Abs. 1 ArbZG). Sie beginnt mit dem Ende der Arbeit am Vortag.

Darf man die Ruhezeit freiwillig verkürzen?

Nein. Die Ruhezeit dient dem Gesundheitsschutz, ein Verzicht der Mitarbeitenden ist nicht wirksam. Verkürzungen sind nur in den im Gesetz oder Tarifvertrag genannten Fällen mit Ausgleich möglich.

Gilt die Ruhezeit auch für Teilzeitkräfte und Minijobber?

Ja. Das Arbeitszeitgesetz gilt unabhängig vom Umfang der Beschäftigung für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Was ist der Unterschied zwischen Ruhezeit und Ruhepause?

Die Ruhepause (§ 4 ArbZG) unterbricht die Arbeit innerhalb eines Arbeitstages, zum Beispiel 30 Minuten. Die Ruhezeit (§ 5 ArbZG) liegt zwischen zwei Arbeitstagen und beträgt mindestens 11 Stunden.

Stand: Oktober 2026. Die Hinweise zu Arbeitszeit und Urlaub sind eine allgemeine Orientierung nach deutschem Recht und ersetzen keine Rechtsberatung. Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung und Arbeitsvertrag können abweichende Regeln enthalten.